Alles zum Thema Punkte Flensburg, KBA und Bußgelder im Straßenverkehr

Der Bußgeldkatalog – Kleines Korrektiv für das Verhalten im Straßenverkehr oder mehr?

Überall, wo Menschen auf gegenseitige Rücksicht- und Vorsichtnahme angewiesen sind, gelten bestimmte Regeln. Neben traditionellen Bräuchen, ungeschriebenen Gesetzen u.ä. nonverbalen Übereinkünften existieren auch eine Reihe feststehender Vorschriften, die rechtlich verankert sind. Zu ihnen gehören die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung und der Bußgeldkatalog, die das Verhalten im öffentlichen Raum definieren.

Von mild bis hart: Strafen laut Bußgeldkatalog

Bei Verstößen gegen die einzelnen Paragrafen werden den Straßenverkehrsteilnehmern verschiedene Sanktionen auferlegt. Sie sind im Bußgeldkatalog festgeschrieben und reichen von Verwarn- oder Bußgeldern bis zu Einträgen in das sogenannte Fahreignungs-Register. Ihr Ziel ist stets ein erzieherischer Effekt. Die Erteilung der Strafen soll Betroffenen helfen, das eigene Verhalten im Straßenverkehr zu reflektieren und es anzupassen.

Verwarnungsgeld

Eine Verwarnung ahndet kleine Unachtsamkeiten. Sie kann mündlich oder schriftlich erfolgen und ist meist mit einem Verwarnungsgeld verbunden. Über den Betrag zwischen 5 und 35 Euro erhalten Sie immer eine Quittung. Er wird zum Beispiel für

– das Fahren ohne Verbandskasten / Warndreieck (5 / 15 EUR)
– das Nicht-Blinken beim Abbiegen innerhalb geschlossener Ortschaften (ab 10 EUR)
– das Überschreiten des HU-Termins um 4 bis 8 Monate (15 bis 25 EUR)
erhoben.

Zahlen Sie pünktlich, ist der betreffende Vorgang damit abgeschlossen. Versäumen Sie die Frist, können rasch weitere Kosten hinzukommen und den ursprünglichen Bußgeldkatalog-Preis um ein Vielfaches steigen lassen.

Bußgeld

Kann Ihnen ein „gravierender Verstoß“ gegen die Straßenverkehrsordnung nachgewiesen werden, müssen Sie dafür ein Bußgeld zahlen. In logischer Fortführung des Verwarnungsgeldes liegt es bei einem Betrag von über 35 Euro. So sind im Bußgeldkatalog für

– das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 km/h ab 70 EUR
– das Überfahren eines Stoppschildes 50 EUR

vorgesehen. Je nach Schwere des Deliktes werden zusätzlich

Punkte in Flensburg

vergeben. Sie sind das wohl wirksamste Mittel, um gegen Verkehrssünder vorzugehen. Ihre Erfassung erfolgt beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Der Name der Stadt ist zum Synonym für ein System geworden, in das auffällig gewordene Verkehrsteilnehmer eingetragen werden und unterschiedlich hohe Strafen auferlegt bekommen. Doch unter welchen Umständen Personen in die Kartei geraten und für welche Verstöße sie die berühmt-berüchtigten Punkte erhalten, ist vielen nicht bekannt. Was es tatsächlich bedeutet, in Flensburg registriert zu sein und welche Handlungsoptionen sich daraus ableiten, erfahren Sie hier.

Ein System mit Hintersinn

Anders als die Boni, die Ihre Sympathie bei einer Person oder Ihre Siegchancen im Spiel erhöhen, sind Punkte in Flensburg eine negative Errungenschaft. Sie dienen nicht als Belohnung, sondern als Strafe – denn je mehr Sie davon sammeln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eine Sanktion auferlegt zu bekommen. Um was genau es sich dabei handelt, hängt davon ab, wie viele Punkte Ihnen in Flensburg bereits „gutgeschrieben“ worden sind. Mit jedem neu hinzukommenden steigt die Chance, dass Ihnen ein Auszug aus dem Fahreignungs-Register übersandt wird. Er belegt, wann und wie Sie gegen die geltende Straßenverkehrsordnung verstoßen haben, welche Beträge Sie dafür laut Bußgeldkatalog zu zahlen hatten und wie hoch die daraus resultierende Anzahl Ihrer Punkte ist. Die Möglichkeit, dass Sie einer von derartigen Scheinen aus Flensburg erreicht, wird von einem Zähl-System bestimmt, das per 01. Mai 2014 grundlegend reformiert wurde und seither folgendes vorsieht:

Welche Verstöße werden erfasst?

Nach aktuellem Stand ist ein Eintrag in die Fahreignungs-Kartei an die Erhebung einer ausreichend hohen Geldstrafe gekoppelt. Nur, wenn das Verkehrsdelikt mit mindestens 60 Euro Strafe im Bußgeldkatalog erfasst ist, erhalten Sie Punkte in Flensburg. Pro Verstoß dürfen nicht mehr als drei vergeben werden. Hinzu kommt, dass Ihre Tat eine Gefahr für den Straßenverkehr und daran Beteiligte darstellen muss. Dabei kann es sich gemäß Bußgeldkatalog um mehr oder weniger grobe Rechtsverletzungen handeln:

– Schwere Ordnungswidrigkeiten
wie eine erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitung, ein Verstoß gegen das Vorfahrtsrecht oder das Fahren ohne gültige Zulassung werden laut Bußgeldkatalog mit 1 Punkt in Flensburg geahndet.

– Grobe Ordnungswidrigkeiten
wie die Missachtung des Überholverbots oder das Fahren unter Alkoholeinfluss mit mehr als 0,5 Promille werden laut Bußgeldkatalog durch 2 Punkte in Flensburg geahndet.

– Straftaten
wie das unerlaubte Entfernen vom Unfallort werden laut Bußgeldkatalog durch 2 Punkte in Flensburg geahndet.

– Straftaten mit sofortigem Entzug der Fahrerlaubnis
wie Unfallflucht oder fahrlässige Körperverletzung bzw. Sach- und Personenschäden nach Alkoholgenuss oder das Fahren mit mehr als 1,6 Promille Blutalkohol werden laut Bußgeldkatalog durch 3 Punkte in Flensburg geahndet.

Je nachdem, ob Sie unter den genannten Umständen Personen gefährden, Sachschäden verursachen, jemanden verletzen oder gar töten, erhöht sich die Strafe.

Beispiele für Strafen laut Bußgeldkatalog

Zur Verdeutlichung der Bemessungsgrenze nennen wir Ihnen einige Beispiele und die laut Bußgeldkatalog fälligen Strafen:

– Sie befahren mit Ihrem Kraftfahrzeug eine Umweltzone, obwohl es keine gültige Umweltplakette besitzt. Der Bußgeldkatalog sieht hierfür eine Strafe von 80 Euro vor, die damit weit über dem Punkte-Mindestbetrag liegt. Da Sie durch das Einfahren jedoch weder Personen noch Gegenstände gefährdet haben, erhalten Sie keine Punkte in Flensburg.

– Sie telefonieren während der Fahrt oder bei eingeschaltetem Motor ohne Freisprecheinrichtung. Für dieses Delikt werden gemäß Bußgeldkatalog 60 Euro fällig. Zusätzlich erhalten Sie einen Punkt in Flensburg, weil Sie nur eine Hand frei haben und Ihr Fahrzeug daher nicht ausreichend kontrollieren können.

– Sie sind LKW-Fahrer und haben Ihr Fahrtenbuch unzureichend geführt oder das Sonn- und Feiertagsverbot missachtet. Da weder das eine noch das andere Menschen gefährdet, begnügt sich das KBA mit dem dafür fälligen Bußgeldkatalog-Preis von 100 bzw. 120 Euro.

– Sie überfahren mit dem PKW eine rote Ampel. Das stellt eine Missachtung der Vorfahrtsregelung dar, kostet laut Bußgeldkatalog 90 Euro und bringt einen Punkt. Haben Sie dabei einen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet oder einen Sachschaden verursacht, erhöht sich das Bußgeld auf 200 bzw. 240 Euro und die Anzahl der Punkte auf 2.

Im Paket günstiger?!

Begehen Sie mehrere Taten zugleich, wird nur die schwerwiegendste durch einen Eintrag ins Register geahndet. Das heißt: Als angetrunkener Fahrer, der viel zu schnell unterwegs ist und dabei auch noch das Überholverbot missachtet, haben Sie in TATEINHEIT gehandelt. Sie erhalten daher nicht 2 + 1 + 2 = 5 Punkte in Flensburg – sondern nur jene, die dem gröbsten Verstoß entsprechen. Beim KBA wird lediglich die Fahrt unter Alkoholeinfluss erfasst; alle anderen Delikte werden mit den dafür fälligen Bußgeldkatalog-Preisen belegt.

Werden Sie unter gleichen Voraussetzungen bei mehreren Einzeltaten erwischt, sieht es dagegen anders aus. Dann wird Ihnen der Vorwurf der TATMEHRHEIT gemacht und Sie müssen sich für jede einzeln verantworten. Werden Sie „geblitzt“ und fallen erst ½ h später als alkoholisiert auf, wird sowohl die Geschwindigkeitsüberschreitung als auch die Alkohol-Fahrt durch Einträge geahndet. Das KBA vermerkt in diesem Fall 1 + 2 = 3 Punkte in Flensburg.

Kleinvieh macht auch Mist

Doch auch „zusammengefasste“ Taten oder „punktlose“ Verstöße sind kein Kavaliersdelikt. Je nach Art und Schwere werden sie trotzdem im Fahreignungs-Register erfasst und gelten dadurch als VERMERKT. Bedingung dafür ist, dass sie laut Bußgeldkatalog mindestens 60 Euro kosten müssen. Zu dementsprechenden Ordnungswidrigkeiten gehören

– das Missachten der Pflicht, Winterreifen aufzuziehen
– die Behinderung von Rettungsfahrzeugen im Einsatz
– Verstöße gegen die Ladungs- oder Kinder-Sicherungspflicht
– Verkehrsgefährdung durch eine unzureichend gesicherte Unfallstelle

Mitgehangen – mitgefangen

Selbst wenn Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, können Sie mit Strafen aus dem Bußgeldkatalog belegt und in Flensburg vorgemerkt werden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie Ihr Auto verleihen – obwohl dessen HU-Termin um mehr als 4 Monate überschritten ist. Dabei ist es ganz gleich, ob der Fahrer damit tatsächlich liegen bleibt. Wird er erwischt, müssen SIE zahlen – denn durch Ihr Versäumnis ist die Straßenverkehrsordnung gefährdet. Fährt Ihr Bekannter dagegen zu schnell, muss er das selbst verantworten.

Was Hänschen nicht lernt…

Auch Kindern droht bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung ein Eintrag in die „Sünderkartei“: Bereits ab vollendetem 12. Lebensjahr ist es möglich, Punkte in Flensburg zu erhalten. Überfährt Ihr Sohn / Ihre Tochter mit seinem / ihrem Fahrrad eine rote Ampel, hat er / sie das Vorfahrtsrecht der anderen Verkehrsteilnehmer verletzt. Das kostet laut Bußgeldkatalog 60 Euro und beschert Ihrem Sprössling den ersten Punkt in Flensburg!

Interne und externe Informationen

Ob Sie oder Ihr Kind registriert sind, erkennen Sie natürlich an einem entsprechend verfassten Schreiben. Steigt die Anzahl auf mehr als drei Punkte, erhalten Sie aus Flensburg zusätzliche Informationen. Ihr Konto erreicht nämlich mit jedem geahndeten Verstoß und jedem neu hinzukommenden Punkt eine neue Eskalations-Stufe. Sie werden nach der Signalwirkung von Ampelfarben unterschieden und gestalten sich wie folgt:

– 1 bis 3 Punkte: Sie sind in Flensburg vorgemerkt, bewegen sich aber noch im grünen Bereich und werden deswegen nicht informiert. Geben Sie aber Acht, dass sich keine weiteren Delikte anhäufen!

– 4 bis 5 Punkte: Nach Flensburg-Maßstäben sind Sie auffällig geworden und erhalten eine kostenpflichtige schriftliche Ermahnung; Ihre Sünder-Ampel steht auf Gelb. Der gleichzeitigen Empfehlung, ein freiwilliges Fahreignungs-Seminar zu belegen, KÖNNEN Sie folgen – MÜSSEN es aber nicht. Welche Vorteile Ihnen die Teilnahme bringt, erfahren Sie weiter unten.

– 6 bis 7 Punkte: In Flensburg sehen die Bearbeiter Rot und erteilen Ihnen eine kostenpflichtige, ebenfalls schriftliche Verwarnung. Zugleich erhalten Sie die erneute Empfehlung, ein Fahreignungs-Seminar zu absolvieren – das Sie spätestens jetzt tatsächlich in Erwägung ziehen sollten. Warum das gut sein kann, erfahren Sie weiter unten.

– 8 Punkte: In und um Flensburg geht in näherer Zukunft nichts mehr. Ihre Sünder-Ampel zeigt Schwarz und zwingt Sie, Ihre Fahrerlaubnis für mindestens 6 Monate abzugeben. Ob und wie Sie ihn nach dieser Frist wiedererlangen, erfahren Sie weiter unten.

An- bzw. Umrechnung alter Punkte in Flensburg

Personen, die ihren Führerschein schon länger besitzen und bereits nach Bußgeldkatalog zur Kasse gebeten wurden, mögen sich an dieser Stelle verwundert die Augen reiben – und vielleicht sogar Angst bekommen. Doch vor dem 01. Mai 2014 erteilte Punkte werden nun anders bewertet. Sie behalten zwar ihre Gültigkeit, sind aber seitens des KBA umgerechnet worden. Wer vor Einführung des neuen Systems schon Punkte in Flensburg hatte, findet diese jetzt deutlich reduziert bzw. an die Höchstgrenze von 8 Punkten angepasst:

– 1 bis 3 Punkte nach altem Maßstab = 1 Punkt im neuen System
– 4 bis 5 Punkte nach altem Maßstab = 2 Punkte im neuen System
– 6 bis 7 Punkte nach altem Maßstab = 3 Punkte im neuen System
– 8 bis 10 Punkte nach altem Maßstab = 4 Punkte im neuen System
– 11 bis 13 Punkte nach altem Maßstab = 5 Punkte im neuen System
– 14 bis 15 Punkte nach altem Maßstab = 6 Punkte im neuen System
– 16 bis 17 Punkte nach altem Maßstab = 7 Punkte im neuen System
– 18 Punkte nach altem Maßstab = 8 Punkte im neuen System

Zudem kann es sein, dass Ihr Konto nach der Umrechnung sogar weniger Punkte ausweist als gemäß dieser Übersicht. Grund dafür ist, dass das KBA im Zuge der Umstellung einige Delikte und die daraus resultierenden Punkte aus der Flensburg-Datei gelöscht hat. Es handelte sich um jene Verstöße, bei denen keine unmittelbare Gefährdung des Straßenverkehrs bestand – wie zum Beispiel das oben angeführte Befahren einer Umweltzone.

Verfall der Punkte in Flensburg

Wie jedem Sünder werden auch Ihnen irgendwann alle Vergehen bzw. Punkte vergeben. Dafür sorgen Verjährungsfristen, die je nach Schwere des Deliktes unterschiedlich lang sind. Durch die Reformation des Systems gilt es dabei zweierlei Varianten zu unterscheiden: Alle vor der Umstellung gesammelten Punkte unterliegen der damals geltenden Regelung im Bußgeldkatalog; alle nach dem 01. Mai 2014 hinzugekommenen Punkte der neuen. Demnach verfallen Einträge für

– Ordnungswidrigkeiten nach 2 bzw. 2,5 Jahren
– grobe Ordnungswidrigkeiten nach 2 bzw. 5 Jahren
– Straftaten nach 5 Jahren
– Straftaten mit Führerschein-Entzug nach 10 Jahren

Neu ist, dass sich die Verjährung nicht mehr potenzieren kann. Anders als vor der Umstellung verfallen die Punkte in Flensburg für jeden Verstoß separat, sobald die dafür vorgesehene Frist verstrichen ist. Hinzukommende Delikte beeinflussen den Verfall alter Punkte nicht, sondern werden einzeln gewertet.

Verfallen, aber nicht vergessen

Bis zur endgültigen Löschung vergeht jedoch ein weiteres Jahr – die sogenannte Überliegefrist. Für diesen Zeitraum gespeicherte Punkte geben der Flensburger Behörde Auskunft darüber, welche Verstöße Sie bereits begangen haben und wie lange bzw. kurz diese her sind.

Wer fragt, kriegt Antwort

Wollen Sie wissen, wie hoch der Stand auf Ihrem Punkte-Konto ist, wann dieses „Guthaben“ verfällt und / oder mit welchen Delikten Sie noch „in der Kreide“ – sprich: der Überliegefrist – stehen? Dann wenden Sie sich direkt an das KBA. Die hier beschäftigten Mitarbeiter sind verpflichtet, Ihnen unentgeltlich Auskunft über Ihre Einträge im Fahreignungs-Register zu geben.

Abbau der Punkte in Flensburg

Durch Fahreignungs-Seminare

Unabhängig davon, für welche Verstöße Sie Punkte erhalten haben, ermöglicht Ihnen die Flensburg-Behörde den regelkonformen Abbau.

Voraussetzung

Voraussetzung dafür ist, dass Sie bereit sind ein Fahreignungs-Seminar (FES) zu absolvieren und Ihr KBA-Konto nicht mehr als 5 Punkte ausweist. Ist der Stand höher, kann er nur durch Verjährung gesenkt werden. Besuchen Sie das FES dennoch, wird Ihnen dies zumindest als „guter Wille“ angerechnet.

Kosten

Die Teilnahme an dem genannten Lehrgang ist mit Kosten verbunden, die jeder Anbieter selbst definiert. Für gewöhnlich berechnen Ihnen die dienstleistenden Fahrschulen 300-600 Euro pro Kurs.

Nutzen

Als Lohn winkt Ihnen die Verringerung der Punkte um einen einzelnen. Dass man Derartiges nicht immer wieder in Anspruch nimmt, macht Flensburg durch eine strenge Regelung unmöglich: Der Abbau von Punkten via Seminar ist innerhalb von 5 Jahren nur einmal zulässig.

Dauer und Inhalt

Darüber hinaus ist der Lehrgang seitens des Gesetzgebers streng strukturiert. Er beinhaltet zwei getrennt zu haltende Teilmaßnahmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und fest vorgeschriebener Dauer.

Der verkehrspädagogische Teil zum Abbau der Punkte in Flensburg umfasst zwei Module zu je 90 Minuten, zwischen denen ein Abstand von mindestens 1 Woche liegen muss. Seine Ziele sind

– die Vermittlung von Kenntnissen zum Risikoverhalten
– die Verbesserung der Gefahrenkognition
– die Anregung zur Selbstreflexion und
– die Entwicklug von Verhaltensvarianten

Der verkehrspsychologische Teil zum Abbau der Punkte in Flensburg umfasst zwei Einzelsitzungen zu je 75 Minuten, zwischen denen ein Abstand von mindestens 3 Wochen liegen muss. Sie sollen Ihnen

– den Zusammenhang zwischen auslösenden Situationen und Verhalten verdeutlichen
– Reflexionsbereitschaft erzeugen und
– Ihren Willen zur Veränderung erkennen lassen

Aus diesen Vorgaben folgt, dass sich der gesamte Lehrgang über mindestens 4; für gewöhnlich jedoch 6 Wochen erstreckt.

Punkte Flensburg abbauen durch Gefälligkeit / Verkauf

Ein weiteres vielfach angewandtes Mittel, die laut Bußgeldkatalog verhängten Punkte loszuwerden, ist sie auf andere Personen zu übertragen. Doch ganz gleich, ob diese aus Gefälligkeit handeln oder Geld dafür bekommen: Die Auftraggeber betrügen damit nicht nur die Behörde, sondern auch sich selbst – und machen sich überdies strafbar. Die nachfolgenden Ausführungen dienen daher nicht als Anleitung, sondern allenfalls als Schilderung für ein Vorhaben, das gegebenenfalls an Sie herangetragen wird.

Vorgehen

Damit die angedrohten Punkte ja nicht auf dem Flensburg-Konto landen, nutzen Betroffene einen Strohmann bzw. eine Strohfrau. Die Person muss dem Deliquenten / der Deliquentin ähnlich sehen und bereit sein, für dessen / deren Verstoß geradezustehen – also die Punkte selbst zu übernehmen. Um das zu bewerkstelligen, gibt sie im Anhörungsbogen ihre eigenen Daten an und lädt damit die Schuld aus dem Bußgeldkatalog auf sich. Die Ermittlung gegen die eigentlichen Verkehrssünder wird eingestellt, so dass sie sanktionsfrei davonkommen.

Intention

Die Gründe, auf diese Taktik zurückzugreifen, sind ebenso vielschichtig wie nachvollziehbar. In der Regel machen davon vor allem Berufskraftfahrer Gebrauch, die auf ihren Führerschein angewiesen sind und ihn nicht durch die im Bußgeldkatalog festgeschriebenen Maßnahmen verlieren möchten. Doch gerade sie sollten wissen, wie wichtig regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr ist – und dass illegale Handlungen wie der Punkte-Verkauf Weiteres nach sich ziehen.

Sanktionen

Fliegt die Sache nämlich auf, drohen sowohl den eigentlichen Sündern als auch ihren Strohmännern und -frauen empfindliche Strafen. Während diejenigen, die ihre Punkte von Flensburg fernhalten wollten, ganz klar des Betrugs bezichtigt werden, machen sich ihre Kompagnons eines etwas komplizierteren Vergehens schuldig. Die Selbstbezichtigung mittels Anhörungsbogen ist zwar nicht strafbar; das Fälschen der Unterlagen aber schon. Summa summarum erwarten

– die Auftraggeber/-innen Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft
– die Kooperationsparter/-innen Freiheitsstrafen zwischen 3 Monaten und 5 Jahren

Punkte Flensburg verkaufen über Internet-Plattformen

Das oben beschriebene Vorgehen machen sich zahlreiche Anbieter zu Nutze. Da sie wissen, wie groß der Drang ist Punkte loszuwerden, ziehen sie den illegalen Handel als Geschäftsmodell auf. Europaweit tätige Agenturen vermitteln Verkehrssündern die passenden Ersatzpersonen für die Übernahme von Bußgeldkatalog-Bescheiden. In ihren umfangreichen Karteien finden sich für gewöhnlich sehr viel mehr ähnlich aussehende Strohmänner oder -frauen als im Bekanntenkreis der Deliquenten.

Kosten

Doch dieser Service hat einen stolzen Preis. Im Durchschnitt berechnen die Vermittler für jeden übernommenen Punkt 200 Euro. Dazu kommen „Bearbeitungs-“ oder „Service“-Gebühren sowie jene Kosten, die der Bußgeldkatalog für den Verstoß vorsieht. Einzelbeträge, die sich rasch auf um die 1.000 Euro pro Punkt summieren können – sofern die Agentur den niedrigsten Handelspreis ansetzt.

Denn Fakt ist: Je größer die Not des Betroffenen ist, desto mehr ist er bereit zu zahlen. Das verschafft den Anbietern die Freiheit, den Preis für die Basis-Leistung in schier unglaubliche Höhen zu treiben. Für gewöhnlich bemisst er sich an der Schwere des Verstoßes und der daraus resultierenden Strafe. Je mehr Punkte laut Bußgeldkatalog fällig werden und je mehr Punkte sich bereits auf dem Flensburg-Konto befinden, desto größere Summen gehen über den virtuellen Tisch.

Risiko

Dass so etwas funktionieren kann, liegt an der Technisierung des Systems. Weil die elektronische Datenverarbeitung immer weniger Personal erfordert, haben die verbleibenden Mitarbeiter kaum Zeit einzelne Fälle explizit zu prüfen. Regt sich jedoch der kleinste Verdacht an einer geplanten Manipulation des Punkte-Standes, kann die Sache schnell auffliegen.

Die Sachbearbeiter in Flensburg haben nämlich das Recht, einen fotografischen Abgleich durchzuführen. Kommen ihnen die Angaben auf dem Anhörungsbogen seltsam vor, dürfen sie die Passbilder des Absenders und des vermutlichen Verkehrssünders vergleichen. Zu diesem Zweck kooperiert das KBA mit den Meldebehörden am jeweiligen Wohnsitz und lässt sich entsprechende Aufnahmen zusenden.

Spätestens dann wird der Betrug offensichtlich, denn er ist im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar – und zieht die oben beschriebenen Konsequenzen nach sich.

Entzug der Fahrerlaubnis

Ist es soweit gekommen oder haben Sie als „ehrliche Haut“ ausreichend viele Punkte in Flensburg gesammelt, droht Ihnen laut Bußgeldkatalog der Verlust der Fahrerlaubnis. Diese Maßnahme ergreift das KBA, weil es Ihre Fähigkeiten regelkonform am Straßenverkehr teilzunehmen – zu Recht – in Frage stellt.

Definition

Hierbei sind zwei wesentliche Dinge zu unterscheiden: Der Entzug des FÜHRERSCHEINS und der Entzug der FAHRERLAUBNIS.

Bei ersterem handelt es sich um das graue oder rosafarbene bzw. Scheckkarten-ähnliche Dokument, das Sie beim Selbstlenken eines Fahrzeuges immer mitführen müssen. Haben Sie es nicht bei sich, sieht der Bußgeldkatalog ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro vor.

Zweiteres spricht Ihnen das Vermögen ab, das Fahrzeug überhaupt zu bedienen. Durch den Entzug der Fahrerlaubnis werden Sie so gestellt, als hätten Sie nie eine Fahrprüfung absolviert und nie einen Führerschein besessen.

Dauer

Die Dauer der Maßnahme hängt vom zu Grunde liegenden Verstoß ab. Sie beträgt zwischen 6 Monaten und 5 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraumes dürfen Sie keinesfalls selbst fahren, denn damit machen Sie sich erneut strafbar. Außerdem besteht eine unterschiedlich lange – mindestens aber 3 Monate andauernde – Sperrfrist. Während sie läuft, dürfen Sie keinen Antrag auf Wiedererlangung oder Ausnahmeregelungen stellen.

Ausnahmen

Um den Entzug der Fahrerlaubnis abzumildern, kann das Gericht bestimmte Fahrzeuge vom allgemeinen Verbot ausnehmen. So ist es möglich, dass Sie trotz Ihrer 8 Punkte in Flensburg Land-, Forst- und Arbeitsmaschinen bedienen dürfen.

Sanktion bei Zuwiderhandlung

Werden Sie beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt, müssen Sie sich für diese Tat mit bis zu 180 Tagessätzen oder 6-monatigem Freiheitsentzug verantworten. Der Bußgeldkatalog geht sogar noch weiter und stellt auch die Halter/-innen bewegter Fahrzeuge unter Strafe: Als Gewährende oder gar Anordnende einer solchen Tat droht ihnen die gleiche Sanktion!

Wiedererlangen

Frühestens 3 Monate vor Ablauf der Sperrfrist dürfen Sie bei der zuständigen Behörde (Führerscheinstelle der Gemeinde oder des Landratsamtes) einen „Antrag auf Wiedererlangung der Fahrerlaubnis“ stellen – auch, wenn Sie zu diesem zeitpunkt noch immer 8 Punkte in Flensburg besitzen. Dazu gehört neben einem aktuellen Lichtbild nach Passbild-Norm und Ihrem Personalausweis oder Reisepass auch ein eventuell angefordertes medizinisch-psychologisches Gutachten. Die Behörde kann darauf bestehen, wenn

– Ihnen die Fahrerlaubnis zum wiederholten Mal entzogen worden ist
– der Grund für das Entziehen ein Blutalkoholwert von mindestens 1,6 Promille war
– Sie bereits mehrfach wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss aufgefallen sind

Sind auf Grund einer besonders langen Sperrfrist mehr als 2 Jahre vergangen, kann die Behörde außerdem verlangen, dass Sie Ihre Fahrprüfung wiederholen.

Fazit

Der Preis für Verkehrsverstöße ist nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinne hoch. Neben Verwarn- oder Bußgeldern riskieren Sie immer auch, einen oder mehrere Punkte in Flensburg zu kassieren. Davor schützen umsichtiges und vorausschauendes Fahren sowie die regelmäßige Pflege und Wartung Ihres Fahrzeugs – denn wie Sie nun wissen, können schon kleine Versäumnisse große Folgen haben. Dabei unterscheidet der Bußgeldkatalog weder nach Alter, Status und Geschlecht noch nach bisherigem Fahrverhalten. Selbst nach langjährigem unfallfreiem Agieren können Sie durch einen einzigen Fehler Punkte in Flensburg erhalten. Solange es sich um 1-3 handelt, ist es nicht weiter schlimm; doch mit jedem hinzukommenden kann die Sache schnell teuer und unübersichtlich werden. Hüten Sie sich also auch in Zukunft vor Überholmanövern im gesperrten Bereich, Raserei und Alkohol am Steuer. So vermeiden Sie am besten, per Bußgeldkatalog belangt zu werden.